Pionierin der Industriefotografie

Marianne Strobl, Hochquellleitung, 1909, Silbergelatine [Foto © Stiftung Bonartes]

Marianne Strobl stieg um 1900 mit ihrer schweren Kameraausrüstung für ihre Auftraggeber aus der Industrie in die Kanalisation, fotografierte mit ihrem Blitzlicht-Equipment und den großen Glasplatten die geologisch einmaligen Ötscherhöhlen in Niederösterreich und begleitete u. a. über Jahre die Errichtung des Gaswerks Wien Leopoldau.

Strobl war zwischen 1894 und 1917 auf Großbaustellen und in Industriebetrieben unterwegs und wird wohl nicht zu Unrecht als „erste Industriefotografin der k.u.k. Monarchie“ bezeichnet.

Innerhalb der Industriefotografie haben Fotografinnen – soweit bekannt – keine große Rolle gespielt. Strobls Spezialisierung in diesem Metier war ihre persönliche Strategie, um auf dem umkämpften Wiener Fotografiemarkt damals konkurrieren zu können. Diese selbstbewusste Frau, die sich nicht wie viele ihrer Berufskolleginnen im Atelier „versteckte“ und nicht mit Porträtfotografien ihr Geld verdienen wollte, hat mit ihrem umfangreichen Werk Fotografiegeschichte geschrieben. Erstmalig in Berlin sind Werke von Marianne Strobl zu sehen. Das Verborgene Museum zeigt 60 Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Wiener Industriefotografin.

 

Information
Marianne Strobl (1865–1917),
Industriefotografin in Wien
19.9.2019–8.3.2020
Öffnungszeiten:
Do & Fr 15–19 Uhr; Sa & So 12–16 Uhr
Eröffnung: Mittwoch, 18.9.2019, 19 Uhr

 

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