Sport aus Berlin

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Fußball 

Dass der hauptstädtische Fußball interkontinental aufhorchen lässt, war zuletzt 2006 der Fall. Aber nur, weil das Endspiel der Weltmeisterschaft in Berlin stattfand. Am mittleren Oktober-Wochenende dieses Jahres jedoch geisterte Hertha BSC sogar durch die Medien der USA. Die Profis hatten Anleihe genommen bei den Football-Stars der amerikanischen NFL, die seit Monaten mit einem Kniefall während der Nationalhymne die Untätigkeit der Trump-Regierung gegen Rassismus und Diskriminierung anprangern.

Allerdings fand der Kniefall der Herthaner im Olympiastadion weltweit Beachtung, die anschließende 0:2-Pleite bei der ersten Heim-Niederlage in der Bundesliga gegen Schalke 04 umso mehr national. Den vorjährigen Blitzstart in die Beletage des deutschen Fußballs, von dem der Verein in der durchwachsenen zweiten Serie bis ins Europapokal-Geschäft zehrte, konnte Hertha nicht wiederholen. Im Gegenteil: Nach einem Viertel der Spielzeit ist der Club näher an den Abstiegsplätzen als am Traum der Champions League.

Der 1. FC Union dagegen scheint die vergangene Spielzeit zu doubeln und hofft nur darauf, den Coup endlich einmal bis zum Aufstieg durchzuziehen. Die „Eisernen“ zeigen sich in der heimischen Wuhlheide ebenso erfolgreich wie in fremden Stadien und haben sich in der Spitze und an den Aufstiegsplätzen festgebissen.

Volleyball 

Der Berliner Volleyball ist in dieser Saison um eine Nummer ärmer geworden. Die Frauen des Köpenicker SC, seit einem Jahrzehnt immer mal wieder Schrecken der etablierten und reichen Vereine, mussten sich mangels finanzieller Grundlage aus der Bundesliga zurückziehen.

Die Männer der Volleys, seit Jahren erfolgsverwöhnt und im Titelkampf seit 2012 nur einmal vom Dauerrivalen VfB Friedrichshafen ausgebremst, dürfen sich gar nichts anderes als den Gewinn der deutschen Meisterschaft auf die Fahne schreiben. Allerdings arbeitet die Mannschaft des neuen Trainers Luke Reynolds wohl nach der Devise: Ein gutes Haus fängt man im Keller an zu bauen. Die Auftakt-Partie schmiss das Team des Australiers Mitte Oktober in Düren glatt mit 0:3 weg. Allerdings sind bei den Play-offs ab Frühjahr die Resultate der Punkterunde nicht so wichtig wie im Handball.

Basketball 

Alba Berlin ergeht es ähnlich wie den Eisbären. Der einstige Dauer-Meister und wegen der größten Vereinskasse lange Feindbild der Liga, ist zum Jäger der betuchten Clubs aus Bamberg und München geworden. Seit 2008 warten die Hauptstädter auf einen weiteren Meistertitel, deren acht sie seit 1997 gewinnen konnten. Manager Marco Baldi, bei ständigem Tausch der meisten Spieler und häufigen Trainerwechseln so etwas wie die Dauer-Konstante des Clubs, gibt die Hoffnung aber nicht auf. Der Start in die Bundesliga verlief mit fünf Siegen aus den ersten sechs Partien glänzend. Allerdings entscheidet sich der Kampf um den Titel auch hier erst in den Play-offs im Frühjahr 2018.

Eishockey 

Der ähnliche Super-Beginn gelang den Eisbären Berlin, obwohl durch die folgenden Play-offs die Spielzeit in der Deutschen Eishockey-Liga immer etwas verwässert wird. Aber Trainer Uwe Krupp hat verstanden, dass die Mannschaft nicht erst im Frühjahr fit sein muss, wo sie 2017 hauchdünn erst am späteren Meister EHC München scheiterte. Durch eine kontinuierliche und erfolgreiche Punktspiel-Serie soll sich das Team einspielen, um in den Play-offs endlich wieder einmal den Titel an die Spree zu holen. Das gelang ab 2005 schließlich siebenmal – kein Club schaffte das öfter. Aber seit 2013 spielen die Eisbären nur noch mit, nicht mehr an der Spitze.

Tischtennis 

Und es gibt doch noch eine von Frauen vertretene Konstante im Berliner Spitzensport. Der TTC Eastside geht auch in dieser Saison wieder auf die Jagd nach dem Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League. In der vergangenen Saison musste die Mannschaft von Trainerin Irina Palina nicht eine einzige Niederlage quittieren. Und so macht das Team weiter – auch wenn wegen Verletzungen und Krankheit die russische Trainerin an der Platte aushelfen muss. Doch Palina als ehemalige Europameisterin lehrte in dieser Spielzeit sowohl national als auch international die teilweise halb so alten Gegnerinnen das Fürchten und hält ihre Equipe auf dem Dauer-Siegkurs.

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