Sechs Beine, ein Ziel

Nicht ablenken lassen: Einsteiger üben oft mit einem erfahrenen Team, das voranläuft [Foto: Eve-Catherine Trieba]

Canicross ist ein rasanter Geländelauf, bei dem Mensch und Hund miteinander verbunden sind und gemeinsam rennend an ihre Grenzen gehen. Entwickelt hat sich Canicross aus dem traditionsreichen Schlittenhundesport. Doch während für diesen ein fahrbarer Untersatz vonnöten ist, braucht es fürs Canicross nur eins: zwei Beine. Obwohl – das stimmt nur zur Hälfte. Ein paar zusätzliche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um Mensch und Tier zu einem echten Canicross-Team zu machen. 

Bestenfalls sind besagte Beine nämlich schon in der Lage, ein paar Meter am Stück ausdauernd zu rennen. Dazu gibt es einen Vierbeiner im Haus, der ausgesprochene Freude an der Bewegung hat und körperlich in der Lage ist, richtig Gas zu geben. Kommt jetzt noch die richtige Ausrüstung dazu, steht dem gemeinsamen Sport nichts mehr im Weg.

Das Equipment umfasst zuallererst ein echtes Zuggeschirr für den Hund. Es ist ergonomisch aufgebaut und leitet die Zugkraft des Hundes optimal von vorne über die Seiten nach hinten zum Läufer – ohne den Vierbeiner dabei in seiner Atmung oder in der Bewegung zu behindern.  Über eine elastische, etwa zwei Meter lange Jöringleine ist das Zuggeschirr mit dem Canicross-Gürtel des Läufers verbunden. Dieser ähnelt einem Klettergurt und sollte auf der Hüfte sitzen. Denn wirft der Hund sich richtig ins Geschirr, halten das die  Bandscheiben seines Menschen möglicherweise nicht lange durch. Zu guter Letzt sind auch die Laufschuhe ein wichtiger Faktor: Wer mit seinem Hund über Stock und Stein düsen möchte, sollte auf ein gutes Trailrunning-Profil achten, um nicht bei der ersten Unebenheit auf der Nase zu landen. 

Doch wie begeistert man seinen Hund eigentlich dafür, Herrchen oder Frauchen im Vollspeed durchs Gelände zu ziehen und dadurch Spaß und  Laufgeschwindigkeit um ein Vielfaches zu erhöhen? Sicher, es gibt wahre Naturtalente. Hunde, die nur darauf gewartet haben, endlich mal so richtig in der Leine hängen zu dürfen. Doch die meisten brauchen etwas Motivation und müssen lernen, dass man sich beim Canicross nicht mehr von den Dingen am Wegesrand ablenken lassen darf. Deshalb beginnt man am besten mit kurzen Distanzen und sucht sich ein geübtes Team zur Motivation. Ein gutes Training für Einsteiger bietet zum Beispiel der Verein Hauptstadt Canicross.  

Ist in Mensch und Hund die Begeisterung an der gemeinsamen Bewegung geweckt, sind die Möglichkeiten groß. Die einen laufen gelegentlich ihre einsamen Bahnen durch den Wald und ziehen dabei die neugierigen Blick der Spaziergänger auf sich. Andere arbeiten gezielt an Distanz und Geschwindigkeit. Wieder andere nehmen die Herausforderung auch offiziell an und melden sich für eines der zahlreichen Canicross-Rennen in Deutschland an. Wer das Laufen mit noch mehr Spaß und Dreck verbinden möchte, für den ist zum Beispiel der Tough Hunter ein tolles Event.

Eve-Catherine Trieba

 

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