Unterirdisch

Dietmar Arnold vom Verein Berliner Unterwelten e. V. [Fotos: Berliner Unterwelten e. V.]

Berlins Unterwelten werden um eine Attraktion reicher: Ab Sommer nächsten Jahres kann ein neuer Tunnel erkundet werden: In sieben Metern Tiefe und 30 Meter lang kreuzt der Gang aus Betonsegmenten unter der Bernauer Straße einen historischen Fluchttunnel aus dem Jahre 1971.

Erstmals wird damit ein noch erhaltener Fluchttunnel für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Welche enormen Anstrengungen und Risiken die Fluchthelfer nach dem Mauerbau auf sich nahmen, um den Fluchtwilligen den Weg in die Freiheit zu ermöglichen, kann so nachempfunden werden. 

Die Bernauer Straße an der Grenze zwischen den Ortsteilen Gesundbrunnen und Mitte war ein Brennpunkt für Tunnelfluchten von Ost- nach West-Berlin. Auf einer Streckenlänge von nur 350 Metern wurden die Grenzsperranlagen hier siebenmal untertunnelt. Dabei steht das Gebiet nicht nur für großes Glück, wenn eine Flucht gelang, sondern auch für grenzenloses Leid, wenn etwa Verrat die Pläne durchkreuzte. 1971 so geschehen auch bei dem Tunnel, den der Verein „Berliner Unterwelten“ nun unterirdisch „angraben“ will. 

Der zukünftige Besuchertunnel, für dessen Bau rund ein halbes Jahr Arbeit und rund 200.000 Euro Baukosten budgetiert sind, wird seinen Ausgangspunkt im Keller der früheren Oswald-Berliner-Brauerei an der Brunnenstraße 143 haben.

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